Donnerstag, 20. Februar 2014

3 gute Gründe, früh morgens zu schreiben!

Foto: andi-h  / pixelio.de
Als das Schreiben in den letzten Jahren immer mehr in mein Leben gedrungen ist, habe ich festgestellt, dass es mir zu manchen Uhrzeiten leichter fällt, meine Gedanken zu Papier zu bringen. Bei meiner Freundin habe ich beobachtet, dass sie nach der Arbeit meistens nicht dazu kommt, noch in die Tasten zu hauen, mir ging es ähnlich. Nach vielen Versuchen und einer ordentlichen Portion Selbstdisziplin, habe ich dann mal den Versuch gewagt, werktags statt um sieben Uhr morgens schon um fünf Uhr aufzustehen und die zwei zusätzlichen Stunden für mein Schreibprojekt zu nutzen. Im Folgenden beschreibe ich euch, rein subjektiv, weshalb dieser Weg für mich wunderbar funktioniert.

1. Es ist erledigt
Nachdem ich die zwei Stunden geschrieben habe und um ca. neun Uhr auf der Arbeit ankomme, weiß ich: Egal, was heute noch passiert, ich habe bereits ganze zwei Stunden an meinem Roman gearbeitet! Das ist ein verdammt gutes Gefühl, das den ganzen Tag über anhält!
Wenn ich das Schreiben auf den Feierabend lege, können immer noch Überstunden in die Quere kommen, was auch eine Gefahr für meine gute Laune wäre. Stattdessen komme ich nach der Arbeit nachhause und kann ohne schlechtes Gewissen an anderen Dingen arbeiten, oder einfach faulenzen!

2. Der Schmerz treibt an
Wenn ich früh morgens am PC sitze, nur meine Schreibsoftware Scrivener geöffnet habe, ist der Drang, etwas zu tun, größer als Abends. Es gibt keine Ausrede "Ich habe ja schon acht Stunden gearbeitet und bin jetzt müde". Die Ausrede "Es ist fünf Uhr morgens, ich bin zu müde!" zieht übrigens ebenso wenig, denn ich sitze ja bereits am Computer und wenn ich mich wieder ins Bett legen würde, könnte ich auch nicht wieder einschlafen. Ich muss da also durch und zwar produktiv, sonst hat es sich überhaupt nicht gelohnt. Der Schmerz treibt mich an!

3. Mit frischem Kopf ans Werk
Morgens um fünf Uhr einen frischen Kopf haben? Ja, so ist das bei mir! Der neue Tag ist noch sehr jung, das einzig aufregende bisher war das Klingeln des Weckers, sonst nichts. Da fällt es mir leicht, mich in meine Fantasywelt reinzudenken und konzentriert an der Handlung zu arbeiten. Abends fällt mir das schwerer, denn ich habe noch den Arbeitstag, der eigentlich hinter mir liegt, gedanklich neben mir auf dem Stuhl sitzen. Und er redet ununterbrochen, ist vielleicht mal kurz leise, aber lenkt mich dann doch wieder ab. Müde bin ich dann auch, aber auf eine unangenehmehre Weise, als wenn ich morgens um fünf aufstehe.


Und wie stelle ich das an?
Um fünf Uhr aufstehen ist keine Zauberei, es erfordert einfach Überwindung und Selbstdisziplin, immer wieder, jeden Tag! Hier mein Schlachtplan:

1. Locker anfangen
Ich persönlich habe bisher den Rhythmus gefahren, dass ich von Dienstag bis Donnerstag um fünf Uhr aufgestanden bin, und an den anderen Tagen Abends geschrieben habe (aber nur 1 Std.!). Warum? Ganz einfach, Freitags war ich bisher immer recht erledigt von der Arbeitswoche und Montags vom Wochenende. An diesen beiden Tagen fiel es mir bisher besonders schwer, aufzustehen. Anfängern empfehle ich daher, erstmal Dienstag bis Donnerstag zu probieren. Es ist nicht schlimm, wenn man sich mal nicht überwinden kann. Ich habe nach den Weihnachtsfeiertagen im Januar ca. vier Wochen lang probiert, bis ich es wieder geschafft habe, so früh aus dem Bett zu springen!

2. Wer früh aufsteht muss früh ins Bett!
Ja, das ist den meisten vielleicht nicht bewusst, macht aber Sinn, oder? :) Ich liege Werktags um 21 Uhr in der Kiste und schlafe meistens dann kurz vor 22 Uhr ein. Dann habe ich meine 7-8 Stunden Schlaf und am nächsten Morgen um fünf sind die Schmerzen nicht ganz so groß, sich zu erheben. Alles eine Sache der Vorbereitung!

3. Mache dir bewusst: Es gibt keine Routine!
Zumindest bei mir kann sich keine Routine einstellen. Am Wochenende gehe ich auch mal weg und bin länger auf den Beinen, was bedeutet, dass ich am nächsten Tag erst gegen 10 Uhr oder später aufstehe. Die Qual beginnt Montags, meistens eher Dienstags immer wieder von Neuem!

Ich möchte noch einmal klar stellen, dass es natürlich auch Menschen gibt, die Abends besser arbeiten können und morgens länger brauchen, um in die Gänge zu kommen! Ändert euch nicht, behaltet euren Tagesrhythmus bei, wenn ihr damit produktiv seid!

Zu welchen Uhrzeiten kannst du am besten schreiben? Was hilft dir noch? Ich würde mich freuen, wenn du in den Kommentaren deine Erfahrung mit uns teilst!





Kommentare:

  1. Interessantes Thema. Ich selbst habe ich mich seit Beginn des Jahres auch damit beschäftigt, denn meine Routine ist durch meinen nun immer größer werden kleinen Jungen durcheinander, Schreibzeit manchmal gar nicht mehr existent.
    Zuerst habe ich versucht morgens zu schreiben, doch da will der Lütte gern "lesen", natürlich mit mir. Die Abendstunden sind eine andere Möglichkeit, wenn sie nur nicht so unvorhersehbar wären. Manchmal blieb Zeit übrig fürs Schreiben, manchmal nicht.
    Und so bin ich zu meinem aktuellen Experiment gekommen: Ich schreibe Nachts. Wenn alles schläft und so herrliche Ruhe herrscht.
    Im Dunkeln, mit einer kleinen rosa Leselampe neben mir, hocke ich über zwei Notizblöcken und meinem Kindle und habe alle Zeit der Welt :)

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    1. Hallo! :)

      Vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, es ist manchmal schwer seinen Alltag und das Schreiben unter einen Hut zu kriegen. Aber du hast doch eine tolle Lösung gefunden! Das klingt sehr gemütlich! :) Jeden Tag zu schreiben ist wichtiger, als viel zu schreiben finde ich. Lieber jeden Tag 30 Minuten, dafür kontinuierlich, als an einem Tag 8 Stunden und im Rest der Woche nichts.
      Viel Erfolg weiterhin mit deiner Methode, du packst das schon! :)

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  2. Ich muss sagen, dass ich morgens zu nichts zu gebrauchen bin. Bis ich mal wach bin, ansprechbar und mein Kreislauf einigermaßen auf der Höhe ist, vergeht erst mal einige Zeit.
    Wobei ich es damals in der Schulzeit gut geschafft habe (etwa 15 min. bevor ich los musste ausm Bett, Tee schlürfen, fertig machen, raus an die frische Luft und nach einigen Minuten war ich hellwach XD), vielleicht lag es auch, dass ich draußen war, da war ich allgemein fitter, als wenn ich drinnen bleib. Nur ob der Denkapparat dann so will...? XD Morgens schreiben habe ich noch nicht ausprobiert, wenn dann eher so um die Mittagszeit.
    Am besten schreiben kann ich abends, da ist es ruhig im Haus, alle lassen mich in Ruhe und wenn mich mal der innere Schweinehund verschont, klappt es auch ganz gut, manchmal. Am Wochenende schreibe ich auch gerne, weil ich dann den ganzen Tag zur Verfügung habe und dann schaffe ich auch locker mal zwei Kapitel. Wie du siehst, habe ich bisher aber leider noch keine richtige Routine, aber ich bin auch schon froh, wenn ich mal 2 Seiten oder ein paar Absätze schaffe.

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  3. Danke für deinen Kommentar! :)

    Ja, wenn du morgens eher schwer in die Gänge kommst, bist du wahrscheinlich alles andere als ein Morgenmensch, das ist nicht schlimm! Wenn du Mittags Zeit hast und auch die Energie, versuche dir jeden Tag eine Mittagsstunde zu reservieren für deine Schreibprojekte. Wenn du es lange genug durchhälst, wird daraus eine Gewohnheit und du machst es, wie jeden Morgen zähneputzen! :)

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    1. Ich werde es mal ausprobieren. Bin mal gespannt wie es laufen wird. =)

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  4. Früh Morgens geht's bei mir immer ab! Das ist die Zeit, in der mein Verstand noch kaum Denkmuster liefert, die mir zwischen funken wollen ;)

    Genauso auch spät Abends! Nur dort darf die Müdigkeit einem nicht in die Quere kommen.

    Morgens erlebe ich immer wieder eine frische Sichtweise auf meine Themen, die mir völlig neue Ideen dazu liefert.

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    1. Danke für deinen Kommentar! :)

      So geht es mir auch! :) Abends denke ich aber leider zu sehr über den Tag nach, was Morgens natürlich noch nicht der Fall ist. Man muss einfach austesten, wann man am besten arbeiten kann.

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  5. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  6. Am Besten kann ich in der Nacht arbeiten. Weil da die Welt stiller und die Gedanken klarer sind.
    Zum anderen liegt es auch an meiner Arbeitszeit. Meistens arbeite ich in der Spätschicht. Was heißt, dass ich von 11:00 Uhr bis 21:00 Uhr außer Haus bin. Wenn ich nach Hause komme, wird geduscht, eine Kleinigkeit gegessen und dann jeweils noch eine Stunde auf dem Klavier und auf dem Cello geübt. Gen Mitternacht fange ich dann mit dem Schreiben an. Meistens so vier bis fünf Stunden. Je nachdem wie ich vorankomme. So gegen vier, fünf Uhr morgens geht's dann ins Bett, um dann gegen 09:00 Uhr aufzustehen. Da ich schon von Kindesbeinen an ein Wenigschläfer bin, reichen mir auch die vier, fünf Std. Schlaf.
    Ich habe mir Deinen Plan durch den Kopf gehen lassen. Ich bewundere Dein Disziplin, aber ich denke, für mich persönlich wäre es unmöglich, noch vor der Arbeit mit den Schreiben zu beginnen.
    Ich würde vermutlich die ganze Zeit auf die Uhr starren und mich damit vermutlich selbst blockieren. ^^

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    1. Hey, danke für deinen Kommentar!

      Bei deinen Arbeitszeiten ist das natürlich wieder eine ganz andere Geschichte! Ich finde es cool, dass du nach der Arbeit es noch schaffst, vier bis fünf Stunden zu schreiben, ich schaffe maximal eine. Wenn ich vor der Arbeit schreibe schaffe ich auch "nur" zwei Stunden.

      Von daher: Weitermachen, das ist super so! :)

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  7. Sehr schöner Artikel. Ich bewundere deine Selbstdisziplin und dein Durchhaltevermögen.

    Ehrlich gesagt, habe ich bisher keine passende Schreibroutine für mich gefunden. Ich fange morgens um 07:00 Uhr an zu arbeiten, durch das Pendeln bin ich spätestens um 05:30 Uhr aus dem Bett um los zu zuckeln. Habe ich einen guten Tag bin ich um 17:30 Uhr zuhause. Tendenziell ist es aber eher 19:00 Uhr wegen Überstunden und Zugausfälle. Dann heißt es aber noch Einkäufe und diversen anderen Kram erledigen. Dann ist ruckzuck auch schon wieder 22 Uhr und dann heißt es ab in die Heia.

    Nach der Arbeit zu schreiben ist für mich extrem schwierig da ich genau wie du auch ständig von meinem nervigen Arbeitsalltag begleitet werde, der einem dann durch den Kopf schwirrt. Lese ich dann die Texte erkenne ich laufend Parallelen zu vorher Ereignetem, das gar nicht rein sollte. Es wird also indirekt wieder mehr zum unbewussten Tagebuch schreiben, was mir beim erstellen eines Thrillers oder einer Fantasygeschichte echt nicht hilft.

    Noch früher aufzustehen habe ich auch schon ausprobiert und bin an meiner mangelnden Selbstdiziplin gescheitert. Und an meinem Schlafmangel. Menschen haben sich beschwert, dass ich unausstehlich bin, wenn mir nicht wenigstens meine 7 Std. Schlaf gegönnt werden. :)

    Bleibt also nur die Pendelzeit. Morgens ist es ein relativ kreativer Zeitraum von etwa 30 Minuten, die mir ohne Umsteigen zu Verfügung stehen. Aber in 30 Minuten habe ich mich dann gerade einmal warm geschrieben, richtig Produktives kommt (zumindest aus meiner Sicht) dabei nicht viel raus. Und die Pendelzeit nach der Arbeit sieht so aus, dass ich in einem vollgestopftem Zug stehe und gerade noch so Platz für ein Buch oder Smartphone vor meiner Nase habe. ^^

    Im Endeffekt bleibt da nur das Wochenende. Aber da treffe ich mich dann mit Freunden und Verwandten, was unter der Woche nicht so gut klappt. Für's "Schreiben" Zeit frei zu räumen ist immer ein stetiger Kampf, da es "brotlose Kunst" ist und leider nicht auf viel Verständnis in meiner näheren Umgebung stößt.

    Aber irgendwann gewinne ich im Lotto. Dann brauche ich nicht mehr arbeiten und habe alle Zeit der Welt ^^ :D

    LG
    Nema alias Grübelrabe

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    1. Wow, vielen Dank für deinen langen Blog-Kommentar! Bist du sicher, dass du keine Zeit zum Schreiben hast? Das sieht mir gar nicht danach aus! ^^ Hehe.

      Im Ernst: Dein Tag scheint ganz schön vollgepackt zu sein, da kann ich wirklich nur eins Raten: Nimm ein Notizbuch mit und nutze die kleinen Pausen, die das Leben dir anbietet. Du kannst in der Bahn nur auf dein Smartphone schauen? Dann schreibe! Du hast "nur" 30 Minuten Zeit auf der Hinfahrt? Schreibe! Egal, ob es wenig ist, es ist immer besser als nichts!
      Die Hausarbeit kann auch mal 2 Tage liegen bleiben, wenn du stattdessen Zeit findest zum Schreiben, finde ich :).

      Wenn du schreiben willst, wirst du die Zeit dafür finden. Ich setze mich jeden Tag mindestens 1 Stunde vor den PC und haue in die Tasten. Wenn es sehr gut läuft, auch mal morgens vor der Arbeit ganze zwei Stunden. Das ist, verglichen mit "richtigen" Autoren, auch sehr wenig, aber mit der Zeit wird aus den vielen kleinen Schritten ein gewaltiger Schritt nach vorne! :)

      Ich wünsche dir viel Erfolg beim Schreiben! Wenn du noch Fragen hast oder Hilfe brauchst, kannst du dich gerne wieder melden!

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