Sonntag, 21. September 2014

Wie ich die Charaktere meines Romans zum Leben erwecke

Das kribbelt schon ein bisschen, wenn man aus dem Nichts eine Person entstehen lässt, ihr Eigenschaften gibt, ein Aussehen und eine Vergangenheit. Ich liebe diesen Teil im Schaffensprozess und möchte euch hier darüber berichten.

Aktueller Stand: Wörter: 90.664 | Taschenbuch-Seiten: 260










Der Mensch ist das interessanteste Wesen in unserem Universum, weshalb sich auch alle guten Erzählungen um eines drehen: Die Charaktere bzw. den einen Protagonisten. Er hat Ziele, Hoffnungen, Wünsche aber auch Schwächen und Fehler. Das macht ihn sympathisch und im besten Falle erkennen wir uns in dem Charakter wieder.
Mein Bestreben ist es, möglichst lebendige Personen zu erschaffen. Auf folgende Dinge achte ich dabei:

- Ein Ziel, das der Hauptcharakter unbedingt erreichen will
- Stets nachvollziehbare und verständliche Handlung
- Vergangenheit des Charakters, die sein heutiges Handeln erklärt
- Gute aber auch schlechte Eigenschaften
- Eigenheiten und kleine Macken
- Ausarbeitung der physiologischen / psychologischen und sozialen Seite des Charakters

Vor allem beim Hauptcharakter gebe ich mir große Mühe und recherchiere über verschiedene Themen und Probleme die er hat, mit denen ich mich aber bis dato noch nie befasst habe. Mein Ziel ist es, euch mit dem Hauptcharakter mitfiebern zu lassen. Ihr sollt ihn sympathisch finden und wissen wollen, was auf seinem Weg alles passiert und ob er sein Ziel letztendlich erreicht.

Der liebe Gott steckt im Detail

Eine Engels-Statue ohne Kopf und Arme
Foto von Dieter Hopf /pixelio.de 
Ich erschaffe Charaktere, also bin ich Gott (Hier ein Allmachtsfantasieslacher vorstellen). Meine Schöpfung ist nur so gut, wie die Menge an Details, die ich ihr spendiere. Ich kann einen Charakter erschaffen der so tiefgründig ist wie der Macker von Barbie (der hat nicht mal einen Penis) oder ich forme den Urschlamm ein bisschen länger, um einen vielschichtigen Charakter zu erschaffen. Letzterer wird am Ende die Leser eher begeistern und in ihren Bann ziehen, denn auch wir sind nicht eindimensional, haben Geheimnisse, benehmen uns manchmal anders als wir es gerne würden und haben vielleicht auch die eine oder andere Leiche im Keller. Und genau das erzeugt Spannung!

Während ich die eigentliche Handlung des Romans aufbaue, schreibe ich Charakterisierungen, eigene Dokumente, in denen ich den Charakter beschreibe. Dieses Dokument unterteile ich in folgende Bereiche:

- Physiologie (Alles was mit dem Äußeren zu tun hat)
- Psychlogie (Alles was mit dem Geist zu tun hat)
- Soziologie (Wie er sich zu anderen Menschen verhält, wie sein Umfeld aussieht usw.).

Im Folgenden seht ihr einen Auszug aus meiner Vorlage, anhand dessen ich den Charakter nach und nach beschreibe. Das komplette Dokument könnt ihr euch hier als PDF herunterladen!

- Charaktereigenschaften: (vier für den Hauptcharakter, 2 bis 3 für Nebencharaktere)
- Ist XY Kontaktfreudig?
- Was hält XY von sich selbst?
- Eigenheiten / Macken: Solche Dinge wie „Kaut gerne an den Fingernägeln“
- Entwicklung in der Geschichte:
- Nahziele: Fenster putzen
- Fernziele: Weltreise
- Was treibt XY an?

Wenn ihr euch an die letzten Filme oder Bücher erinnert, die ihr verschlungen habt: Was waren eure Lieblingscharaktere und was hat euch an ihnen so gut gefallen?

Weitere Blogposts über die Arbeit an meinem Roman findet ihr hier.

Gehabt euch wohl und meidet die Dunkelheit, liebe Leser!





Kommentare:

  1. Oh wie toll! Ich habe mir das PDF mal abgespeichert. Das hilft mir bestimmt auch bei der Entwicklung meiner Figuren. :D
    Finde ich super, dass du so eine Liste erstellt hast. *u*
    Da kann ich bestimmt noch einiges bei meinen Charakteren herausholen. lol
    Hm, auf die Schnelle muss ich gerade an Der Hobbit und die Figur Bilbo denken. Mir gefiel an ihm vor allem, dass er Anfangs so knauserig war. Statt einfach wie viele Figuren in Fantasybüchern ohne Einwände auf die Reise zu gehen, ist er strikt dagegen und will absolut nicht losziehen. XD
    Besonders witzig fand ich auch wie er sich um Ordnung bemüht hat als die Zwerge alle in seinem Haus eingetroffen sind und bei ihm gegessen haben. Und natürlich wie er während seiner Reise über sich hinausgewachsen ist. =)
    Ich finde es toll, wenn Figuren am Ende eines Buches gänzlich anders sind als am Anfang und eine Wandlung durchgemacht haben.

    Liebe Grüße,
    Sandra

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    1. Hey!

      Das Ende von der Hobbit, als der "Oberzwerg" ihn umarmt hat, fand ich superklasse. Das hat mich berührt.

      Den Film muss ich auch noch mal sehen, liegt seit ca. 1 Jahr bei mir als DVD daheim rum :).

      Ja, ich hoffe die Liste hilft dir weiter, Die ist während meinem aktuellen Romanprojekt entstanden, logischerweise. Und da ich selbst sowas gesucht, aber nicht gefunden habe (in diesem Umfang), biete ich es eben selbst an.

      Kannste auch gerne weiterempfehlen diesen Post, wenn du weißt, das andere auch sowas brauchen! :)

      Danke!

      Liebe Grüße
      Benjamin Spang

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