Sonntag, 17. Mai 2015

Warum du dich freuen solltest wenn dein Roman raubkopiert wird

“The Enemy of the Author is Not Piracy, But Obscurity” 
- Tim O’Reilly





Vor kurzem habe ich dieses Bild auf Facebook entdeckt:



Darunter, wie immer, eine hitzige Debatte darüber, was man gegen diese "Kopierwelle" und die Raubkopierer tun könnte. Mein Tipp: Auf jeden Fall seine Zeit weniger mit solchen Diskussionen auf Facebook verbringen und stattdessen mehr Zeit in die eigenen Schreibprojekte stecken!

Solche Bilder oder ähnliche sehe ich immer wieder. Und ich frage mich auch stets, was es bringen soll, diese Bilder zu erstellen, zu teilen oder zu diskutieren.

Aktuell arbeite ich hart an meinem Debütroman, was bedeutet: Morgens um 5 Uhr aufstehen, zwei Stunden schreiben, acht Stunden arbeiten gehen, einige Stunden Marketing am Abend. Und das über Monate hinweg.

Anstrengend. Sehr sogar.

Alles für "Blut gegen Blut", meinem Roman, der, sobald er veröffentlicht ist, auf irgendwelchen illegalen Tauschbörsen landen wird. Punkt.

Das ist mir bewusst. Aber ich weiß auch: Ich kann nichts dagegen tun. Außer das nächste Buch schreiben. Und das übernächste. Und das überübernächste.

Geistiges Eigentum zu klauen ist ein Verbrechen, definitiv! Würdet ihr mich morgens um 5 Uhr fragen, nachdem ich mich zum Schreiben aus dem Bett gequält habe, was ich mit einem Raubkopierer meines Romans machen würde, glaubt mir: Die Todesstrafe wäre ein harmloses Urteil dagegen!

Aber: Es ist die harte Realität.
Also, liebe Selfpublisher: kommt klar damit oder hört auf Bücher zu schreiben.

Gerade die, die erst mit dem Schreiben angefangen haben, vergessen, dass es auch einen sehr positiven Effekt hat, wenn eure Bücher auf Tauschbörsen landen:

Ihr werdet gelesen!

Ja, richtig. Leute laden sich eure Bücher illegal und lesen sie vielleicht sogar. Und wenn nicht, hätten sie auch niemals Geld für euer Buch ausgegeben. Und wenn sie eure Geschichte gut finden, kaufen sie sich vielleicht das Buch oder euer nächstes oder übernächstes. Oder sie liken eure Seite auf Facebook oder folgen euch auf Twitter und werden in Zukunft zu einem treuen, zahlenden Leser. Ohne die Raubkopie wären sie niemals auf euch gestoßen!

Daher hier mein eigenes Bild dazu:



Statt euch auf diese Raubkopierer zu konzentrieren, befasst euch lieber damit, über Social Media, Buchmessen und Lesungen eine treue Fanbasis aufzubauen. Ignoriert die Menschen, die eure Arbeit missachten und bündelt eure Kraft, diese in zahlende Kunden zu verwandeln, indem ihr immer bessere, grandiosere Geschichten erfindet!

Wie seht ihr das? Habt ihr schon mal ein Buch raubkopiert? Seid ihr selbst Autor und kämpft gegen Raubkopierer? Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare!

Am Ende noch eine Überraschung:
Es gibt sogar Autoren, die ihr Buch ganz bewusst gratis veröffentlichen und diese Sache mit den Raubkopien ähnlich sehen wie ich.


Hochachtungsvoll,
Benjamin Spang


Kommentare:

  1. Sehr interessant sich diesen Sachverhalt mal aus einer anderen Perspektive zu sehen! Trotzdem kann ich mich wohl auch freuen wenn man meine Bücher am Messestand kauft :D

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    1. Hey, danke für deinen Kommentar! :) Natürlich ist das sehr viel besser, wenn man Bücher direkt im Kundenkontakt verkaufen kann. Diese Freude hatte ich auch schon :).

      Liebe Grüße
      Benjamin

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